„Löwen“ in Herrenchiemsee

By admin - Last updated: Dienstag, Juni 21, 2016

Die Bayerische Schlösserverwaltung bereist die Regionen Bayerns mit einer großen Wanderausstellung über Bayerns beliebtes Wappentier, die in den Schlössern und Burgen jeweils für etwa sechs Wochen Station machen wird.

Noch bis zum 26. Juni 2016 ist die Ausstellung im Neuen Schloss Herrenchiemsee (täglich von 9-18 Uhr) zu besichtigen.

Die Ausstellung ist im Eintrittspreis des Neuen Schlosses Herrenchiemsee enthalten, kann jedoch zum Preis von2,- Euro auch separat besichtigt werden. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt.

Begleitend zur Wanderausstellung ist eine

Publikation mit dem Titel »Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen«

erschienen (143 Seiten · zahlreiche Abbildungen · 10,- Euro). Diese ist an den Ausstellungsorten und im Online-Shop der Bayerischen Schlösserverwaltung erhältlich. Eine Besprechung des Buches finden Sie hier.

Weitere Informationen, Ansprechpartner und vor allem Details zu den Themen der Ausstellung finden Sie hier:

http://www.schloesser.bayern.de/deutsch/aktuell/aktuell/loewen-ausstellung.htm

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Treffen der „Freunde König Ludwig II.“ in Schwangau vom 9. bis 12. Juni 2016

By admin - Last updated: Sonntag, Juni 5, 2016

Das diesjährige (15.) Treffen der „Freunde König Ludwig II.“ findet wieder in Schwangau von Donnerstag, 09.06., bis Sonntag, 12.06.2016, statt.

Ausführliche Informationen zum Programm finden Sie hier: http://www.ludwigiana.de/koenig-ludwig-freunde/

Plakatwand FKL_2016-Plakat einzeln

 

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Kienberger, Lechbruck

By admin - Last updated: Freitag, Juni 3, 2016

Um in den inzwischen in zahlreichen Variationen erschienenen Veröffentlichungen rund um König Ludwig II. von Bayern und seinen Schlössern noch einige herausragende Trüffel zu finden, muss man lange suchen.

DSC07042In dem kleinen Örtchen Lechbruck, idyllisch gelegen am Lech gibt es einen kleinen Laden, der aus der Zeit gefallen scheint. Fast übersieht man das Fachgeschäft, wenn man durch den Ort fährt. Es gibt dort Spielwaren, Schreibwaren und Geschenke, dazu ein Foto-Studio.

Der heutige Inhaber, Klaus Kienberger, hat das Geschäft von seinem Vater Wilhelm übernommen; beide leidenschaftliche Fotografen.

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass man diese seltenen „Trüffel“ noch heute finden kann.

Aktuell im Angebot sind neben sechs Ansichtskarten-Leporellos zwei Bücher und eine DVD/BluRay.

Ansichtskarten-Leporellos

Nummeriert von 204 bis 209 besteht jedes aus zehn Fotos im Ansichtskartenformat.

204 Sängersaal Parzivalsage
205 Vorhalle Siegfried-/Sigurdsage
206 Schlafzimmer Tristansage
207 Speise- und Arbeitszimmer Tannhäusersage
208 Wohn- und Ankleidezimmer Lohengrinsage und Meistersinger
209 Thronsaal

Es sind zwar nicht alle Motive der Räume enthalten, die wichtigsten Themen dafür aber sehr hoher Qualität.

Etwas versteckt (man muss schon suchen oder danach fragen, findet man die Sets auch im Souvenirladen im Schloss Neuschwanstein.

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Königsschloß Neuschwanstein –
Schloßbeschreibung, Baugeschichte, Sagen

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Das Buch vom bekannten Autor und ehemaligen SchlossverwalterJulius Desing erschien 1998 (ISBN 3-933638-00-3) im Foto Studio Verlag Kienberger GmbH und enthält neben historischen Aufnahmen Fotos aus den Archiven der Schlösserverwaltung und der Gemeinde Schwangau. Der größte Teil der Fotos stammt von eben jenen Klaus und Wilhelm Kienberger.

Nach der umfangreichen „Baugeschichte des Schlosses“ wird der Leser direkt über den „Roten Gang“ zum Vorraum des 3. Obergeschoß geführt. Von dort aus werden alle Räume im 3. und 4. Obergeschoß erläutert. Neben den 161 Abbildungen findet man dort ausführliche Informationen zu den Räumen, der Einrichtung, den Bildern und den jeweils dargestellten Sagen.

Ein „Muss“ für jeden, der mehr über das Schloss erfahren möchte, als nur eine kurze Übersicht.

 

 

 

 


Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee –
Schlösser und Leben König Ludwigs II. (Buch)

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2011 ist im Verlag Wilhelm Kienberger GmbH ein weiteres Buch (ISBN 978-3-933638-65-6) erschienen. Den Text schrieb Klaus Kienberger. Den genannten Schlössern wird jeweils ein großes Kapitel gewidmet, wobei Schloss Nymphenburg und Schloss Hohenschwangau diesen vorangestellt kurz beschrieben werden. Auch hier finden sich einige Highlights, wie Entwürfe – wie z. B. vom nicht fertiggestellten Thronsaal. Eine kleine Karte und zwei Zeittafeln in den klappbaren Buchdeckeln mit Daten aus dem Leben Ludwigs und dem „Weltgeschehen“ runden das 132-seitige Buch ab.

Dieses Buch ist im Buchhandel oder direkt in Lechbruck erhältlich.

 

 

 


Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee –
Schlösser und Leben König Ludwigs II. (DVD/BluRay)

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Im Jahr 2012 ist dann die DVD mit dem gleichen Titel erschienen; der 85 minütige Film ist auch als BluRay als Full-HD-Video erhältlich. Leider ist der Hülle kein Booklet beigefügt – dafür sind aber mehrere Tonspuren (neben englisch und französisch auch italienisch, spanisch, chinesisch und russisch).

Neben den Bildern sind eben auch viele – darunter auch virtuelle – Fahrten zu den und durch die Schlösser.

 

 

 

 

 

Wer also nach erfolgreicher Trüffeljagd sich die Zeit und die Ruhe nimmt, um sich ein großartiges Mahl für Auge und Ohren zu bereiten, wird die Zeit vergessen und hat wunderbare Momente um Ludwigs Schlösser genießen können.

© Michael Fuchs, Berlin
03.06.2016

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Lukas Gerber – Mein Ludwig 2 Theater

By admin - Last updated: Dienstag, April 19, 2016

Das Projekt „Mein Ludwig 2 Theater und seine Figuren“ wurde im Oktober 2010 nach der Ankündigung der Wiederaufnahme des Musicals „Ludwig 2″ von Lukas Gerber (damals 12 Jahre alt) aus dem Saarland gegründet. Die Idee dafür entstand bereits 2005 nach dem ersten Besuch des Ludwig² Musicals in Füssen.“

Im vergangenen Mai durfte ich „Mein Ludwig 2 Theater“ hier vorstellen.

Seitdem hat sich einiges getan.

Im letzten Sommer habe ich in 9 Wochen ein komplett neues Theater gebaut.

Das Theater besitzt eine komplexe Lichttechnik bestehend aus 90 Stimmungslichtern und 11 Spot-Scheinwerfern sowie eine extra Beleuchtung für das Prospekt. Diese Lichttechnik wurde freundlicherweise von www.ledkauf24.de für mein Theater entworfen.

Das Theater verfügt über eine eigene Drehbühne und einen echten „kleinen Starnbergersee“ wie im Festspielhaus in Füssen. In diesen „kleinen Starnbergersee“ mündet ein Wasserfall und entspringt eine Wasserfontäne.

Auch eine neue Rauchmaschine hat das Theater erhalten.

Das neue Theater präsentierte ich dann in einem Video zum 170.Geburtstag Ludwig II. am 25.08.2015 in Zusammenarbeit mit Janet & Marc und Nic Raine: „Lebe deinen Traum“.

Kurz nach der Präsentation des neuen Theaters fand die alljährliche Königsgala im Festspielhaus in Füssen statt. Dort war ich auch Gast und habe viele Darsteller und Teile des Kreativ-Teams wieder getroffen. Das durchweg positive Feedback ehrt meine Arbeit und freut mich sehr.

Passend zu dem neuen Theater war dann auch endlich eine neue Homepage nötig.

www.meinludwig2theater.jimdo.de ist die neue Internetdomain.

Hier kann man sich außerdem für einen monatlich erscheinenden Newsletter anmelden.

Vor kurzem konnte ich noch eine Erweiterung meines Theaters, einen Schnürboden, vorstellen.

Meine Facebook-Seite hat übrigens die 130er Marke „geknackt“, vielen Dank!

Ich freue mich zudem sehr auf den Sommer in Füssen, denn Ludwig² wird wieder im Festspielhaus aufgeführt und das Musical „Der Schwanenprinz“ feiert Welturaufführung.

Link zur Facebook-Seite https://www.facebook.com/Mein-Ludwig-2-Theater-und-seine-Figuren-168316993227107/?fref=ts

Link zum Video „Lebe deinen Traum“ https://www.youtube.com/watch?v=kF6wJ6oYsUw

Das neue Theater „Kalte Sterne“ „Geliebte Berge“

© Lukas Gerber, April 2016

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Bayerns unglücklichster König – Otto I., der Bruder Ludwigs II.

By admin - Last updated: Mittwoch, Januar 20, 2016
Alfons Schweiggert: Bayerns unglücklichster König

Alfons Schweiggert: Bayerns unglücklichster König

Bayerns unglücklichster König
Otto I., der Bruder Ludwigs II.
Alfons Schweiggert
Verlag Sankt Michaelsbund, München 2015
ISBN 978-3943135664
288 Seiten, 19,90 EUR

Bereits 1992 veröffentlichte der emsige Autor Alfons Schweiggert ein 159-seitiges Bändchen zum „Schattenkönig – Otto der Bruder König Ludwig II. von Bayern – ein Lebensbild“. Nachdem er sich inzwischen mit der Psychopathologie Ludwigs intensiv beschäftigt hat und den Arzt Dr. Bernhard von Gudden vorstellte, publizierte der Autor ein Buch über Gudden und war Kurator einer Ausstellung in Benediktbeuern. So ist es nur folgerichtig, mit der Herausgabe eines neuen Buches „dem Schattenkönig Otto I. mit diesem spannenden Lebensbild ein ergreifendes Denkmal“ zu setzen.

Der Autor

Alfons Schweiggert veröffentlichte vielbeachtete Bücher über König Ludwig II., u.a. „Der Kronprinz. Kindheit und Jugend Ludwigs II.“ (1985); „Ludwig II. Seine triumphale Frankenreise“ (2011); „Die letzten Tage König Ludwigs II. von Bayern“ (2014); „Dr. Bern-hard von Gudden, der Gutachter Ludwigs II.“ (2014). Seine Bücher sind immer hervorragend recherchiert und in einem Stil geschrieben der gleichzeitig spannend aber auch lehrreich ist. Es geht ihm beim Schreiben immer darum den Leser mit seinen Sachbüchern so zu faszinieren, dass dieser sie gerne liest, wie einen spannenden Roman.

Das Buch

Das Buch im Format 14,4 x 21,3 cm ist gut aufgemacht. Neben einem Textteil befinden sich in der Mitte 16 thematisch geordnete Bildseiten in schwarz/weiß und auch in Farbe. Einige noch nie veröffentlichte Portraits des verrückten Königs sind dort zu finden. Das umfangreiche Inhaltsverzeichnis zeigt, dass die einzelnen Kapitel und Unterkapitel kurzgehalten sind, was dem Lesefluss sehr zuträglich ist. Eine Zeittafel am Schluss des Buches lässt das Leben von Otto I. noch einmal in Kurzform am Leser vorüberziehen. Ganz selbstverständlich gehören zu einem guten Sachbuch ein Literaturverzeichnis, ein Nachweis der Bilder und ein Personenregister. Für die Fachleute ganz wichtig sind die Fußnoten, die immer wieder die Quellen angeben aus denen Schweiggert geschöpft hat.

König Otto I. von Bayern

In der Aufzählung der bayerischen Könige wird Otto zumeist regelrecht vergessen oder gar mit seinem Onkel, König Otto I. von Griechenland (1815-1867), verwechselt. Er verkümmert zur Randnotiz in Bayerns Geschichte, siechte er doch mehr als die Hälfte seines Lebens, an einer unheimlichen Geisteskrankheit leidend, in Schloss Fürsten-ried dahin, ohne auch nur eine Stunde lang zu regieren. Er starb mit 68 Jahren. Seine Regierungszeit war immerhin die längste eines bayerischen Königs. Sie ging von 1886 bis 1916, also 30 Jahre.

Der Inhalt

König Ludwig II. von Bayern kennt alle Welt. Tausende Bücher, Artikel und Aufsätze wurden über ihn veröffentlicht. Über seinen Bruder Otto ist nur wenig bekannt. Alfons Schweiggert selbst hat im Jahre 1992 schon einmal ein Buch über Otto I. veröffentlicht, das den Titel „Schattenkönig“ trägt. 1999 hat der Autor Wolfgang Müller in einem Buch diesem König einen längeren Artikel gewidmet. Die nun vorliegende neue Biographie geht aber viel weiter. Sie beschreibt in chronologischer Reihenfolge Prinz Ottos Kindheit und seine Jugendjahre. Dann befasst sich Schweiggert sehr ausführlich über die Krankheit des bayerischen Königs und das in einer Genauigkeit die fasziniert und erstaunt. Dies alles wurde bisher unter Verschluss gehalten und noch niemals so zusammenhängend der Öffentlichkeit präsentiert. Dann befasst sich der Autor mit dem Thema: Warum wurde Prinz Otto König, obwohl er doch verrückt war? Die meiste Zeit verbrachte der verrückte König hinter verschlossenen Türen, zuletzt als „Einsiedler von Fürstenried“. In einem weiteren Kapitel wird der Tod von König Otto thematisiert, der im Jahre 1916 eingetreten ist. In dem Kapitel „König Otto I., der vergessene König“ befasst sich Schweiggert mit den vielen Gerüchten und seltsamen Geschichten um König Otto. Diese sind mindestens genauso spannend wie die über König Ludwig II. Seit dem Tod dieses Königs haben sich viele Psychiater Gedanken über die Krankheit Ottos gemacht und lange Abhandlungen geschrieben. Auch diese werden ausführlich dargestellt. Im letzten Kapitel, mit Epilog betitelt, geht der Autor auf Suche nach des Spuren König Ottos I., welche in Bayern noch zu finden sind.

Resümee

Es wurde Zeit, dass dieses Buch geschrieben wurde. Wer König Ludwig II. verstehen will, muss auch das Leben und Schicksal seines Bruders kennen. Beide waren ein Leben lang enger miteinander verbunden, wie bisher angenommen wurde. Die Einblicke, die das Buch in das tragische Schicksal Ottos gewährt, lässt so manche Verhaltensweisen und Aktivitäten Ludwigs II. besser verstehen. Ein sehr empfehlenswertes Buch.

Die Ausstellung

Zu seinem Buch über den Arzt Dr. Bernhard von Gudden gab es in Benediktbeuern und in Prien eine von ihm selbst zusammengestellte sehr erfolgreiche Ausstellung. Auch zu dem vorliegenden Buch über König Otto I. von Bayern hat Alfons Schweiggert eine Ausstellung zusammengestellt die im Sommer ebenfalls in Benediktbeuern zu sehen sein wird. Darauf darf man sicherlich gespannt sein, denn über diesen relativ unbekannten bayerischen König hat man sich noch niemals die Mühe gemacht, ihn der bayerischen Bevölkerung näher zu bringen. Das hat einen ganz einfachen Grund – Otto I. war verrückt. Die Ausstellung wird vom 12. Mai 2016 bis zum 12. Juli 2016 in Benediktbeuern zu sehen sein.

(c) Erich Adami

Die Vernissage der Ausstellung findet am 12. Mai 2016 statt. Zu dieser Ausstellung haben sich bereits einige Fachleute zu Vorträgen bereit erklärt, so  Prof. Dr. Hans Förstl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München über „Ottos Krankheit und die Münchner Psychiatrie“, Dr. Hadumod Bußmann über „Die Beziehung Prinzessin Thereses von Bayern zu Otto“, Prof. Dr. Reinhard Steinberg, ärztl. Direktor a. D. des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie über „Ottos Erkrankung“ und Prof. Dr. Matthias M. Weber, Leiter des Historischen Archivs des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München, über „König Ottos Aufenthalt in Schloss Fürstenried“.

Am 09. Juni 2016, 19:00 Uhr, findet in der Münchner Buchhandlung Lesetraum, Herzog-Wilhelm-Str. 5, die Buchpräsentation der Biographie über Otto I. statt.

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Restauratoren reinigen im Marstallmuseum den Kleinen Galawagen König Ludwigs II.

By admin - Last updated: Freitag, Dezember 18, 2015

Restauratoren reinigen im Marstallmuseum den Kleinen Galawagen König Ludwigs II.

Besucher können die Arbeiten am Prunkfahrzeug beobachten

Wie die Bayerische Schlösserverwaltung bekannt gibt erwartet die Besucher des Marstallmuseums derzeit eine besondere Attraktion: Noch etwa zwei Wochen dauern die Restaurierungsarbeiten am Kleinen Galawagen König Ludwigs II. In rund 450 Arbeitsstunden reinigen Restauratoren vor Ort die Gold-Fassung der rund zwei Tonnen schweren und prunkvollen Kutsche. Sie konservieren die wertvolle Fassung bzw. ergänzen sowie retuschieren diese. Dasselbe gilt für Metallteile und die vergoldeten Bronzen. Die Kosten dafür belaufen sich zusammen mit der Sicherung und Konservierung der Textilien auf rund 45.000,- Euro.

Nach der Restaurierung des Neuen Galawagens (2014/2015), des Zweiten Nymphenschlittens (2013) und des Galaschlittens mit Putten (2011) ist der Kleine Galawagen das vierte Fahrzeug König Ludwigs II., das bald in neuem Glanz erstrahlen wird.

Großzügig finanziert wird die Restaurierung von der Meitinger-Stiftung. Prof. Dr. Otto Meitinger, der die Stiftung gemeinsam mit seiner verstorbenen Frau Dr. Erika Meitinger und seiner verstorbenen Schwester Dr. Charlotte Meitinger errichtet hat, war bis 1995 Präsident der Technischen Universität München, leitete als Architekt und Denkmalpfleger in den 1950er Jahren den Wiederaufbau der Residenz München und ist den Schlössern und ihren Kunstsammlungen sehr verbunden.

Der Kleine Galawagen – ein Multifunktionsfahrzeug mit Rädern und Kufen

Der Kleine Galawagen von 1878 (Schlitten mit Kasten) bzw. 1879 (Wagenkasten) ist das einzige erhaltene Multifunktionsfahrzeug des Münchner Hofs, der stets Kutschen mit Ersatz-Schlittenkufen für den Winter besaß. Trotz der prunkvollen Ausführung im Stil des Neo-Rokoko mit detailreichem figürlichen Schnitzwerk war der Wagen ein funktionsfähiges Fahrzeug, das in der Umgebung von Schloss Linderhof und Hohenschwangau von Ludwig II. für Fahrten zu jeder Jahreszeit verwendet wurde.

Im Sitzkasten befand sich ehemals eine Elektro-Batterie, mit der die Glaslaternen beleuchtet werden konnten. Der Königliche Hofwagenfabrikant Johann Michael Mayer erhielt für den „neuen blauen Prachtschlitten“ die stattliche Summe von 140.000 Mark, für das Wagengestell nochmals rund 118.000 Mark. Die kostbaren Gala-Geschirre (es wurde sechsspännig gefahren, in roter oder blauer Ausstattung) kosteten pro Geschirr ca. 5.500 Mark, also waren zwei komplette Geschirrsätze 66.000 Mark wert.

Das Marstallmuseum

Die weltweit einzigartige Sammlung von Kutschen König Ludwigs II. sowie der gesamte Bestand von Staats- und Galawagen der Wittelsbacher – insgesamt über 40 Fahrzeuge aus über 300 Jahren – war bis zum 2. Weltkrieg im alten Marstall am Marstallplatz nahe der Münchner Residenz untergebracht. 1952 wurde das Marstallmuseum in den ehemaligen Stallungen des Nymphenburger Schlosses eingerichtet. Das Marstallmuseum zählt zu den bedeutendsten seiner Art weltweit.

(c) Bayerische Schlösserverwaltung

Lesen Sie dazu auch unsere Rezension des Katalogs der Staats- und Galawagen der Wittelsbacher

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Themenführungen zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 13. September 2015, in Schloss Linderhof

By admin - Last updated: Dienstag, September 8, 2015
Schloss Linderhof © Bayerische Schlösserverwaltung

Schloss Linderhof © Bayerische Schlösserverwaltung

Themenführungen zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 13. September 2015, in Schloss Linderhof

König Ludwig II. und die Weltausstellung

Sonntag, 13. September, 11:30 Uhr

Treffpunkt: Kasse

Reservierung erforderlich, Teilnahme kostenlos

 

König Ludwig Modern – Technik in Linderhof

Sonntag, 13. September, 14:30 Uhr

Treffpunkt: Kasse

Reservierung erforderlich, Teilnahme kostenlos

 

Reservierungen nimmt die Schloss- und Gartenverwaltung Linderhof entgegen:

Schloss- und Gartenverwaltung Linderhof

Linderhof 12

82488 Ettal

(0 88 22) 92 03-0

sgvlinderhof@ bsv.bayern.de

www.linderhof.de

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25. August 2015 – 170. Geburtstag König Ludwig II.

By admin - Last updated: Montag, August 24, 2015

„Orient in Linderhof“

Schloss Linderhof feiert mit einer exotischen „König-Ludwig-Nacht“ am 25. August den 170. Geburtstag des Königs

 

Kartenreservierungen für Sonderführungen und Konzert sind seit Samstag (1.8.) möglich

Exotisches im Graswangtal gibt es bei der diesjährigen „König-Ludwig-Nacht“ zu entdecken. Schloss Linderhof feiert am 25. August mit einem Festabend unter dem Motto „Orient in Linderhof“ den Geburtstag König Ludwigs II. von Bayern.

 

1500 Kerzen und Feuerschalen mit Weihrauch beleuchten die Gartenanlagen effektvoll

 

Die Festlichkeiten starten um 14.30 Uhr im Maurischen Kiosk mit Märchen aus 1001 Nacht für Kinder. Das Abendprogramm lädt ab 20.00 Uhr zu einem halbstündigen Konzert sowie zu Themenführungen durch den Schlosspark. Die Gartenanlage um das Schloss erstrahlt dank rund 1500 Kerzen in besonderem Licht. Feuerschalen mit Weihrauch lassen orientalische Düfte durch den Park ziehen.

Terrassengärten mit nächtlicher Illumination © Bayerische Schlösserverwaltung

Terrassengärten mit nächtlicher Illumination © Bayerische Schlösserverwaltung

Ab 21.20 Uhr beginnen die beliebten Nachtführungen mit musikalischer Untermalung im Schloss. Szenenische Lesungen am Marokkanischen Haus bringen den Besuchern die Orientbegeisterung in der Zeit Ludwigs II. nahe. Im Maurischen Kiosk entführen spannende Berichte von verwegenen Touristen, die vor 150 Jahren den Orient wirklich bereisten, die Besucher in längst vergangene Zeiten. Der Stummfilm „Sumurun“ aus dem Jahre 1920 bietet laut Lexikon des internationalen Films „… eine filmische Reise in ein Universum der Gefühle und Leidenschaften“. Die Vorführung findet im Musikpavillon statt.

Kostenlose Reservierungen für die Schlossführungen sind ab Samstag (1. August) unter Tel. (0 88 22) 92 03-21, Fax (0 88 22) 92 03-11 und sgvlinderhof@bsv.bayern.de möglich. Der Eintritt ins Schloss beträgt 11,50 Euro. Alle übrigen Programmpunkte sind kostenlos. (www.linderhof.de)

 

Königlich speisen im Schlosshotel beim „Menu en bleu royal“

 

Im Schlosshotel Linderhof kann man um 17.30 Uhr die „König-Ludwig-Nacht“ auch bei einem exklusiven Abendessen genießen. Tischreservierungen für das „Menu en bleu royal“ unter Tel. (08822) 7 90, Fax (08822) 43 47 und unter info@schlosshotel-linderhof.com.

 

„Dem Himmel nah“ – Bergmesse am Königshaus am Schachen

Die Bergmesse anlässlich der 170. Wiederkehr des Geburtstages des beliebten bayerischen Monarchen am 25. August ist ein Besuch, den man sicher nicht so schnell vergisst. Nach einem rund zehn Kilometer langen Aufstieg zu Fuß vom Elmauer Wanderparkplatz zum Königshaus können die Bergsteiger einen Gottesdienst in 1800 Metern Höhe vor grandiosem Bergpanorama erleben.

Die katholische Messfeier wird traditionsgemäß vom Pfarrer der Partenkirchener Pfarrei Maria Himmelfahrt zelebriert und beginnt um 11.00 Uhr. Einheimische Musikanten spielen dazu alpenländische Weisen.

Der auf 1866 Metern im Wettersteingebirge gelegene Zufluchtsort König Ludwigs II. ist nur zu Fuß erreichbar. Die Gehzeit beträgt je nach gewähltem Weg drei bis vier Stunden. Eine Mountainbike-Route startet von Klais bei Garmisch-Partenkirchen aus und führt Richtung Wettersteinalm zum Königsweg. Bitte achten Sie auf geeignetes Schuhwerk und Kleidung, denn die Bergmesse findet bei jeder Witterung statt.

Laut Auskunft der Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Oberammergau werden keine Sonder-Fahrgenehmigungen für die Schachenstraße erteilt. Familie Leitenbauer, die Pächter des Schachenhauses, informiert gerne über freie Plätze zum Übernachten in der Berggaststätte unter (0172) 876 88 68 und www.schachenhaus.de.

Im Anschluss an die Messe können Sie das Schachenhaus besuchen. Täglich finden um 11 Uhr, 13 Uhr, 14 Uhr und um 15 Uhr Führungen statt, bei reger Nachfrage werden weitere Touren angeboten. Der Eintritt kostet 4,50 Euro (ermäßigt 3,50 Euro).


Pressemitteilung 27. Juli 2015
Bayerische Schlösserverwaltung

Bericht zum Schachen und das neue Begleitheft

Weitere Ludwigiana-Informationen zu Schloss Linderhof

Weitere Ludwigiana-Informationen zum Schachen

 

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Löwen in Bayern – der bayerische Löwe

By mifu - Last updated: Sonntag, August 23, 2015
Besucherinformation 2015

Besucherinformation 2015 Staatliche Schlösser und Gärten in Bayern.

Jedes Jahr erscheint eine aktualisierte Besucherinformation (zweisprachig: deutsch/englisch) von der Bayerischen Schlösserverwaltung mit den wichtigsten Informationen zu den Staatlichen Schlössern und Gärten in Bayern.

Jeder Sehenswürdigkeit ist (mindestens) eine Seite gewidmet: Ein Foto mit einer kurzen Erläuterung wird flankiert mit einer farblich abgesetzten Info-Spalte.

Darin findet man „Information“, also Anschrift und Kontaktmöglichkeiten (Telefon, Telefax, Mail) und – falls vorhanden – die Internet-Adresse. Dazu werden die Öffnungszeiten, die jahreszeitlich variieren können, und Daten zu Führungen angegeben. Auch Preise und Informationen für behinderte Besucher sind nicht ganz unwichtig, ebenso wie meist vorhandene Museumsläden und Cafés. Parkplätze und vor allem die Möglichkeiten der Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr werden angegeben.

Das Heft wird mit einer ausklappbaren Übersichtskarte und einer alphabetischen Objektliste abgerundet.

Wer also die ganzen Angebote der 45 Burgen, Schlösser und Residenzen und 25 historischen Gärten genießen möchte, sollte sich das schmale Heftchen für 1 Euro zulegen und wird an einer günstigen Jahreskarte (45 Euro) nicht vorbeikommen. Es lohnt sich!

Die Broschüre gibt es in den Shops, kann aber auch direkt bestellt werden.


Nicht ganz zufällig ist auf dem Titelbild der Broschüre ein „schildhaltender Löwe“ vor der Residenz in München abgebildet.

2015 steht nämlich ganz im Zeichen des bayerischen Löwen – diesem widmet sich eine Wanderausstellung, die den Löwen aus und in verschiedenen Perspektiven zeigt.

Die Ausstellung begann am 22.05.2015 in der Residenz München und ist inzwischen zur Residenz Ansbach gewandert (dort bis 13.09.2015). Weitere Standorte werden sein: Schloss Johannisburg in Aschaffenburg (02.10.-15.11.2015), Schloss Neuburg an der Donau (04.12.2015-24.01.2016), Neue Residenz Bamberg (19.02.-03.04.2016) und schließlich Neues Schloss Herrenchiemsee (06.05.-26.06.2016).

Der vollständige Informations-Prospekt kann hier heruntergeladen werden.


 

Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen

Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen. Eine Sonderedition des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Zu dieser Wanderausstellung ist eine Sonderedition des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat erschienen.

Die 144 Seiten starke Publikation ist für 10 Euro zzgl. Versandkosten bei der Schlösserverwaltung erhältlich.

Dabei handelt es sich nicht speziell um einen Ausstellungskatalog, sondern eher eine Ergänzung zur Ausstellung mit zahlreichen Informationen zu den Objekten, die natürlich auch vorgestellt werden. Darüber hinaus ist es eine exzellente Präsentation der verschiedenen Orte, an denen eben jener Löwe dargestellt wird.

Obwohl es im Europa des Mittelalters keine (frei lebenden) Löwen gab, wurden sie aber in den antiken Mythologien schon erwähnt. Auch in Dichtung und Fabeln (wie z. B. der Bibel) kommt der Löwe ebenso wie als Beinamen (z. B. Richard Löwenherz) vor.

Als Wappen und Symbol taucht der Löwe etwa Anfang des 12. Jahrhunderts auf und steht für Vornehmheit, Tapferkeit, Ritterlichkeit, Kraft, Stärke, Mut und natürlich Macht.

Warum ist der Löwe aber nun Bayerns Wappentier?

Dr. Markus Söder, MdL, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, schreibt dazu im Vorwort:

Der Löwe als heraldisches Symbol ist kurzpfälzischen Ursprungs und stand darüber hinaus jahrhundetelang für Altbayern. (…) Unter anderem steht er auch für das Land Bayern, dessen Symboltier er besonders im 19. Jahrhundert wurde. Damit bildete er eine Alternative zum preußischen Adler.

Zu den Exponaten und deren Auswahl schreibt Dr. Söder:

Für die Wanderausstellung werden Löwen aus den verschiedenen bayerischen Regionen, unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Materialien zusammengeführt. Die ausgewählten Exponate stellen eine „Menagerie bayerischer Löwen“ dar und erzählen unterschiedliche Geschichten zu ihrer Herkunft, Bedeutung und Funktion.

In fünf Kapiteln geht das Autorenkollektiv der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung, München, auf die Fährte des bayerischen Löwen:

Wenn auch König Ludwig II. von Bayern ein bisweilen gespaltenes Verhältnis zu Bayern hatte, so war es doch seine Heimat und selbstverständlich taucht der bayerische Löwe auch in/bei seinen Bauten auf. So z. B. auf dem Dach von Neuschwanstein und im Park von Linderhof.

Katharina Heinemann M.A., Referentin in der Museumsabteilung der Schlösserverwaltung, schreibt (S. 94) über den „unerwünschten Löwen“ in Schloss Herrenchiemsee. Im Paradeschlafzimmer, das dem französischen König Ludwig XIV. gewidmet ist, mussten Löwen als Halter des Rautenwappens zwei Jahre nach deren Fertigstellung (1883) entfernt werden. Die Bavaria mit ihrem Löwen wacht aber bis heute an der Stirnwand oberhalb des Bettbaldachins. Für Heinemann Ausdruck „einer gewissen Inkonsequenz“.

Das Buch ist graphisch ganz hervorragend und mit den zahlreichen Bildern unterhaltsam gestaltet. Es ist darüber hinaus lehrreich mit Informationen zur Heraldik und natürlich zur bayerischen Geschichte.

(c) Michael Fuchs, Berlin
August 2015


 

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Gudden-Ausstellung – Ein Rückblick

By mifu - Last updated: Mittwoch, Juli 8, 2015

Dr. Bernhard von Gudden, der Gutachter König Ludwigs II.

Rückblick auf die die Ausstellungen in Benediktbeuern und Prien und Ausblick

„Eine Ausstellung über Dr. Bernhard von Gudden, die gehört verboten. Über diesen unverantwortlichen Gutachter ist doch längst alles gesagt. Er ist und bleibt eine Unperson für einen jeden, der König Ludwig II. verehrt!“ Solche polemischen Forderungen wurden bereits 2013 im Vorfeld der für 2014 geplanten Ausstellung „Dr. Bernhard von Gudden, der Gutachter König Ludwigs II.“ laut, plagte doch einige Ludwig II.-Verehrer die – allerdings unbegründete – Angst, schon allein dadurch, dass man diesem Psychiater Aufmerksamkeit schenkt und ihn zu verstehen sucht, sei eine Verunglimpfung des Königs beabsichtigt.

Um es deutlich zu sagen: Die Ausstellung über Dr. Gudden, die vom 15. Mai bis 17. Juli 2014 im Kloster Benediktbeuern gezeigt wurde, entpuppte sich keinesfalls als Ausstellung gegen Ludwig II., sondern als eine Schau, die versuchte der Person und dem Werk jenes Psychiaters gerecht zu werden, der 1886 über Ludwig II. ein psychiatrisches Gutachten anfertigte. Die Ausstellung hatte das gesamte 62 Jahre währende Leben dieses Arztes im Blick und nicht nur die Tage der sogenannten Königskatastrophe vom 8. bis zu 13. Juni 1886. Wer lediglich diesem kurzen Zeitraum Aufmerksamkeit schenkt, so jemand kann der Person Dr. Guddens keinesfalls gerecht werden.

Kurator A. Schweiggert -Dr. Norbert Göttler- Prof. Dr. Hanns Hippius

Kurator A. Schweiggert -Dr. Norbert Göttler- Prof. Dr. Hanns Hippius

Es ist schon seltsam, dass die Ausstellung die erste seit dem Tod des Psychiaters 1886 war, die sich an eine breite Öffentlichkeit wandte. Zwar waren bereits vorher in medizinischen Fachkreisen, bei Ausstellungen zur Geschichte der Psychiatrie sowie in psychiatrischen Symposien vereinzelt immer wieder Werk und Person Guddens thematisiert worden, auch in Doktorarbeiten und einigen Publikationen, doch vielfach gingen diese Vorhaben an der breiten Öffentlichkeit vorbei. Gerade ein breites Publikum aber war es, das mit dieser Ausstellung angesprochen werden sollte. Deshalb standen vorrangig auch nicht für den Laien oft schwer verständliche medizinische Exponate im Vordergrund, sondern Materialien, die bei einem breiten Personenkreis Interesse wecken wollten.

Dazu gehörte unter anderen ein Exponat, das eine kleine Sensation darstellte. Es handelte sich um die Totenmaske Dr. Guddens, von der selbst ausgewiesene Ludwig II.- Experten nicht wussten, dass sie überhaupt existiert. Die Geschichte ihrer Entdeckung im Städtischen Museum Rosenheim wurde hier erstmals dokumentiert. Die Totenmaske zeigt das Gesicht des Psychiaters mit allen seinerzeit von Augenzeugen beschriebenen Verletzungen und war somit ein bedeutendes Exponat. Sie war erstmals neben der Totenmaske des Königs zu sehen.

Was beabsichtigte diese erste Ausstellung über Dr. Gudden nun eigentlich?

Um es kurz zu sagen, sie wollte über die gesamte Person Dr. Guddens informieren, nicht nur über den Gutachter des Königs, sondern auch über einen wichtigen Psychiater der Vorfreudzeit, über einen gewissenhaften Forscher und Neuroantom, über den modernen Anstaltsleiter und respektierten Hochschullehrer und nicht zuletzt über den Menschen Gudden. Ja, sie wollte informieren, aber auch provozieren, vor allem jene, von denen bisher alle positiven Eigenschaften Guddens kategorisch ausgeblendet wurden und von denen er als unverantwortlicher Arzt diffamiert worden war. Das Ziel dieser Schau war es, zum Überdenken der vielfach vorgefassten Meinungen anzuregen, auch zum Diskutieren über all jene, im Sinne des Wortes „frag-würdigen“ Anschuldigungen, die man gegen diesen Psychiater seit seinem Tod vorgebracht hatte und die man bis heute noch immer vorbringt.

Aber war das wirklich die einzige Absicht?

Gudden-Ausstellung -Interview BR

Gudden-Ausstellung -Interview BR

Bei den Vorarbeiten zu dieser Ausstellung wurde ich mehrfach gefragt, warum mich denn ausgerechnet ein Psychiater interessiert, der doch schon vor immerhin 128 Jahren gestorben war. Sei der Grund also nur der, dass dieser Mann in enger Beziehung zu dem weltweit bekannten König Ludwig II. und dessen rätselhaftem Tod stünde? Sei darüber aber nicht schon alles Wesentliche gesagt und aufgeschrieben worden?

Wer glaubt, die Persönlichkeit Dr. Guddens sei nur im Hinblick auf die Person König Ludwigs II. von Interesse, der übersieht, dass dieser Psychiater zu einer Zeit lebte, in der sich die Psychiatrie erst ganz langsam zu einem ernst zu nehmenden medizinischen Wissenschaftsbereich zu entwickeln begann. Und Dr. von Gudden war als Neurologe einer der Protagonisten dieser Entwicklung. Seine Forschungsergebnisse werden noch heute wahrgenommen. Und wenn im Hinblick auf sein psychiatrisches Gutachten über Ludwig II. immer auch das Verhältnis von Psychiatrie und politischer Macht diskutiert wird, so ist dieser Aspekt ein bis heute aktuelles Thema geblieben, das die Medien beschäftigt.

Warf man Dr. Gudden als einem Vertreter der beginnenden Wissenschaft der Psychiatrie vor, durch sein Urteil einer politisch unliebsamen Person, nämlich Ludwig II., den Stempel der Verrücktheit aufgedrückt zu haben, so wurden im Lauf der vergangenen 128 Jahre ähnliche Vorwürfe auch in anderen Zusammenhängen immer wieder laut. Die Psychiatrie wurde also nicht nur bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mehrfach als politisches Mittel eingesetzt und missbraucht, sondern ebenso danach und wie jüngste Vorwürfe zeigen auch in unserer Zeit und dies nicht nur in uns fernen Regierungssystemen, sondern auch im eigenen Land.

Nicht nur zur Zeit Guddens also, im Lauf ihrer Geschichte stand die Psychiatrie immer wieder auf dem Prüfstand und im Fokus öffentlicher Beurteilung. So verwundert es nicht, dass sich nach dem zweiten Weltkrieg als Gegenbewegung zur Psychiatrie etwa die sogenannte „Antipsychiatrie“ etablierte, deren Kritik sich nicht nur gegen Zwangsmaßnahmen richtet, sondern bis zur vollkommenen Ablehnung von psychiatrischen Diagnosen und Behandlungsmethoden reicht, ja, sich sogar gegen die Anwendung von Neuroleptika mit ihren umstrittenen Nebenwirkungen ausspricht. Fehlerhafte psychiatrisch-forensische Gutachten und falsche Behandlung von Patienten mit Psychopharmaka machen in schöner Regelmäßigkeit Schlagzeilen. Ebenso werden Forderungen nach Korrekturen von Regeln im Umgang mit psychisch kranken Menschen in der breiten Öffentlichkeit lebhaft diskutiert. Immer wieder brechen auch Ängste auf, wenn bekannt wird, dass wieder einmal eine Person aufgrund fehlerhafter Gutachten unrechtmäßig in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Bis heute fordern Kritiker mehr Schutz für betroffene Patienten und eine Verbesserung der Qualität psychiatrischer Versorgung und Behandlung von psychisch Kranken, ein Anliegen, das Dr. von Gudden bereits 1855 in seiner Wernecker Anstalt mit den damals noch erheblich eingeschränkten Möglichkeiten erstmals zu realisieren versuchte.

Es ging in dieser Ausstellung also nicht allein um das Schicksal Dr. Guddens und um sein Verhalten, als die Psychiatrie noch in den Kinderschuhen steckte. Vielmehr stand ein höchst brisantes, und nach wie vor brandaktuelles Thema im Mittelpunkt, das seit Jahrzehnten die Öffentlichkeit beschäftigt, aber gerade auch in den letzten Jahren mehrfach im Fokus des öffentlichen Interesses stand und noch immer steht. Es ging in dieser Ausstellung um die Psychiatrie, um die Entwicklung dieses besonderen und immer wieder auch umstrittenen medizinischen Fachbereichs und um die Einstellung der heutigen Gesellschaft dazu.

Absicht der Schau war es deshalb, dass der in ihr gebotene Einblick in ein kleines Teilstück der Geschichte der Psychiatrie auch Interesse für die Psychiatrie von heute bewirkte, die immer wieder in der Kritik steht, ohne dass berücksichtigt wird, dass sich dieser medizinische Fachbereich mit zwei der am schwierigsten zu erforschenden Kontinente befasst, dem höchst komplizierten Gehirn des Menschen und seiner nicht weniger rätselhaften Psyche.

Gudden Ausstellung - Dr. Norbert Göttler - Kurator A. schweiggert - Walter Leicht. Rosenheim

Gudden Ausstellung – Dr. Norbert Göttler – Kurator A. schweiggert – Walter Leicht. Rosenheim

Als wissenschaftliche Berater standen mir als dem Koordinator der Ausstellung neben Historikern auch etliche Psychiater zur Verfügung, darunter der Ururenkel Guddens, Dr. Wolfgang Gudden, sowie Prof. Hans Förstl, der für den Katalog einen eigenen Beitrag verfasste, ebenso Prof. Adrian Danek, Prof. Reinhard Steinberg und Prof. Gerd Laux, die mit interessanten Vorträgen die Ausstellung begleiteten. Große Zustimmung erfuhr die Schau auch von Prof. Hanns Hippius und Prof. Heinz Häfner. Die sehenswerte Filmdokumentation „Dr. Bernhard von Gudden, Pionier der Hirnforschung und Nervenarzt König Ludwigs II.“ des Regisseurs Michael Harles durfte während des gesamten Ausstellungszeitraums gezeigt werden. Positiv reagierte die Kritik auf den zur Ausstellung erschienenen Buchkatalog „Der Mann, der mit Ludwig II. starb. Dr. Bernhard von Gudden, der Gutachter des bayerischen Königs“ (Husum Verlag), der alle Facetten dieses Arztes auffächert sowie sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe thematisiert und auf ihre Stichhaltigkeit überprüft. Des Weiteren informierte als Ergänzung zum Buchkatalog der im München-Verlag erschienene Band „Die letzten Tage im Leben König Ludwigs II.“ (Erich Adami/ Alfons Schweiggert) minutiös über sämtliche Ereignisse der letzten Tage des Königs.

Infolge des großen Anklangs, den die Ausstellung 2014 in Benediktbeuern fand, wurde sie ein Jahr später im Heimatmuseum Prien vom 16. April bis zum 14. Juni 2015 wiederholt. Die Besucherzahl für beide Ausstellungen belief sich auf viereinhalb bis fünftausend Besucher. Dies berechtigt zur Hoffnung, dass die Ausstellung und damit Leben und Wirken Dr. Bernhard v. Guddens auch künftig nicht in Vergessenheit geraten. Der Historiker Prof. Hermann Rumschöttel, den die Ausstellung sehr beeindruckte – „Sie verdient wirklich größte Aufmerksamkeit!“ – regte an „über eine Präsentation in München nachzudenken. Ich glaube“, so seine Ansicht, „dass man dadurch die Besucherzahl deutlich erhöhen könnte – zumal die Münchner Presse – wenn ich das richtig verfolgt habe – über die Ausstellung sehr positiv geurteilt hat.“

Gudden Vortrag Seidlvilla München - Schweiggert

Gudden Vortrag Seidlvilla München – Schweiggert

Vielleicht könnte die angeregte Wiederholung der Ausstellung in München spätestens im Sommer 2024 zum 200. Geburtstag Dr. Guddens stattfinden. Zunächst aber wird die Präsentation aller Ausstellungstafeln Ende 2016 im Psychiatriemuseum Wasserburg am Inn als Dauerausstellung erfolgen. Dieses Museum gehört zum kbo-Inn-Salzach-Klinikum (Gabersee 7, 83512 Wasserburg am Inn). Die dort präsentierten medizinhistorischen Exponate thematisieren den Weg von der „Kreisirrenanstalt Gabersee“ zum Klinikum in Wasserburg. Und dazu gehört maßgeblich auch die Person Dr. Guddens. Ansprechpartner für die Übernahme der Ausstellung durch andere Interessenten ist künftig also das Psychiatriemuseum Wasserburg. Weitere denkbare Ausstellungsorte, die bereits Interesse äußerten, sind: die Stadt Kleve, Geburtsort Dr. Guddens/ die Psychiatrische Klinik Schloss Werneck; diese Anstalt hat Gudden aufgebaut/ die Stadt München; hier war Dr. Gudden 1872 bis 1886 ordentl. Professor für Psychiatrie / die Münchner Klinik an der Nussbaumstr., deren Vorgänger-Einrichtung Dr. Gudden leitete.

Nach dem Besuch einer Ausstellung über den bis heute umstrittenen Künstler Joseph Beuys schrieb ein Besucher ins ausgelegte Gästebuch: „Ich gehe nach Hause und weiß, dass ich von vorne anfangen muss, wenn ich diesen Mann verstehen will.“ Wenn ein solcher Gedanke – nämlich mit der Beurteilung Dr. von Guddens neu anfangen zu müssen – auch dem einen oder anderen nach dem Besuch der Ausstellung in Benediktbeuern und Prien durch den Kopf gegangen ist und künftig auch im Psychiatriemuseum Wasserburg beschäftigen wird, dann hätte sich die umfangreiche Arbeit an dieser Ausstellung gelohnt und ihren Zweck erfüllt.

Juli 2015
Alfons Schweiggert

Weiterführende Artikel zum Thema:

Ausstellung in Benediktbeuern: Dr. Bernhard von Gudden – Der Mann, der mit Ludwig II. starb

Bericht über die Ausstellung „Dr. Bernhard von Gudden, der Gutachter König Ludwigs II.“

Buchbesprechung:

Der Mann, der mit Ludwig II. starb

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