Der Mann, der mit Ludwig II. starb

By admin - Last updated: Sonntag, Juni 14, 2015

Der Mann, der mit Ludwig II. starb
Alfons Schweiggert
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum, 2014
ISBN 978-3-89876-723-1
224 Seiten, 16,95 EUR

Noch bis zum 21.06.2015 findet in Prien im Heimatmuseum am Chiemsee die Ausstellung „Psychiater und Märchenkönig – Dr. Bernhard von Gudden und Ludwig II.“ statt. Prien ist damit schon der zweite Ort, der den in Kleve am Niederrhein geborenen Psychiater mit einer Ausstellung zu Persönlichkeit und Arbeit Guddens würdigt. Zum ersten Mal wurde die von dem Schriftsteller Alfons Schweiggert betreute Ausstellung unter dem Titel „Dr. Bernhard von Gudden – der Mann, der mit Ludwig II. starb“ vom 15.05. bis 17.07.2014 in Benediktbeuern gezeigt. Das eigenständige Begleitbuch ist 2014 im Husum-Verlag erschienen.

Es gibt zweifellos Menschen, die polarisieren. Dazu gehört eindeutig der bayerische König Ludwig II. (1845-1886), der für die einen ein Träumer, ein Künstler auf dem Königsthron war. Ein ganz anderer Mensch war Bernhard Gudden, der den Lebensweg des Königs kreuzte. Für seine Kritiker hat Gudden „ein vernichtendes Urteil“ auf Grund von Aussagen „befangener medizinischer Laien“ gefällt und einen Menschen unter Druck für gänzlich unheilbar krank erklärt. Für den Arzt habe das Verlangen der bayerischen Regierung Vorrang vor der Behandlung und dem Wohl seines Patienten gehabt, so dass dieser „Verrat an seinem Beruf“ begangen habe. Für diese Kritiker ist Gudden eine „Unperson“.

Mit Zahlen von der Geburt zur Vermessung der Gehirne

In 10 Kapiteln mit einem umfangreichen Anhang beschreibt Schweiggert zunächst das Leben des Dr. Bernhard von Gudden, seine Lebensstationen von der Geburtsstadt Kleve am Niederrhein, wo er auch seine Jugend verbrachte, über Stationen des Studiums (Bonn, Halle und Berlin) bis hin zu seinen beruflichen Stationen von Siegburg über Werneck, Burghölzli und schließlich nach München.

Nach dem Lebens-Verlauf erfährt der Leser einiges über die „Psychiatrie zur Zeit Dr. Bernhard von Guddens“; vom Umgang mit Geisteskranken über die Irrenhausreform und schließlich dem recht jungen Ansatz des „No restraint“, also der Ablehnung von Zwangsmaßnahmen, der erst von seinen Zeitgenossen Ludwig Meyer und Wilhelm Griesinger in den deutschen Ländern Thema wurde. Schließlich beschreibt der Autor die „fünf Rollen des Dr. Bernhard von Gudden“ als Psychiater, Forscher, Anstaltsleiter, Lehrer und Gutachter.

Überhaupt scheint Schweiggert ein Anhänger von Zahlen zu sein, zählt er doch neben den 5 Rollen und den 10 Lebensstationen, 6 Ergebnisse der Spurensuche und 9 Theorien, wie Gudden starb, auf.

Im 19. Jahrhundert wurde ja fast alles zwanghaft gemessen, was manchmal durchaus zum Selbstzweck wurde. Jedoch wurden nur sehr wenige Zusammenhänge zwischen den Messergebnissen und der Theorie hergestellt. Nach den Befunden wurde dann deutlich, dass viele Wissenschaftler einfach nur Belege sammelten, die ihre Theorien bestätigten, ohne sie wirklich jemals zu überprüfen. Auch Gudden hat Gehirne vermessen und versucht, verschiedene Zusammenhänge zu seinen Theorien herzustellen. Zu einem Endergebnis ist er dann – in seinem letzten Fall – nicht mehr gekommen.

Der Mediziner und der König

Den Kern des Buches bilden aber die beiden Kapitel „Gudden und Ludwig“ sowie „Gudden, der umstrittene Gutachter“. Ausführlich beleuchtet Schweiggert die Beziehung der beiden zueinander, um dann die Sichtweisen der beiden aufeinander – als Gutachter und als politisch agierender König – aufzuzeigen.

Wichtig ist es dem Autor, die abenteuerlichen Gerüchte und Vorurteile gegen die historische Persönlichkeit Guddens als Mediziner abzuwägen. Gudden ist ja tatsächlich in eine Rollendiffusion geraten und wurde als Mitverantwortlicher für das entscheidende Gutachten zum Sündenbock. Ausführlich stellt er die Unterstützer und Mitverantwortlichen vor, wozu sicher auch die Gläubiger zählten.

So haben also sicher mehrere Personen und auch Umstände den Forscher in eine bestimmte Richtung innerhalb des „Räderwerks der Entmündigungsmaschinerie“ gedrängt. Dennoch ist er seinen Ansätzen treu geblieben, die auch heute noch – sicher modifiziert – in die moderne Psychiatrie einfließen. Dem Gutachten aus heutiger Sicht widmet Schweiggert die beiden letzten Kapitel. Er zeigt „Urteile über das Gutachten“ ebenso auf, wie die „diagnostischen Konzepte über Ludwig II. von 1886 bis 2014“.

Das Gutachten

Das Gutachten selbst ist im Anhang abgedruckt. Leider fehlen hier die 21 Bögen, die die eigentlichen Argumente für das Gutachten lieferten. Darunter der sehr selten veröffentlichte Bogen 16, der die Homosexualität – also die „anormalen geschlechtlichen Beziehungen“ Ludwigs – thematisierte. Der Autor führt die gleichgeschlechtliche Liebe fälschlicherweise als „nicht ausdrücklich erwähnt“ auf – es ist jedoch ausdrücklich von einer „Vorliebe für Leute ohne Bildung“ und einer „Abneigung gegen das weibliche Geschlecht“ die Rede. Der Begriff „Homosexualität“ setzte sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts (Magnus Hirschfeld berichtet 1914 darüber) durch.

Diese Beziehungen waren eine der neun Theorien, die letztlich die Befunde zum Gutachten lieferten. Auf Seite 88 führt der Autor die Befunde in einer der sehr aufschlussreichen Tabellen an:

Es sind nicht alle Bögen des Gudden-Gutachtens im Buch enthalten, da hierzu – wie Schweiggert erläutert – „dann aber eine ausführliche Analyse erforderlich gewesen [wäre], welche Teile der Zieglerschen Aussagen Gudden in seinem Gutachten ausgewählt hat. Das aber hätte den Umfang des Buches sicher gesprengt und leicht zur Verwirrung beigetragen.“ Alle Protokolle und Bögen des Gutachtens finden sich aber unter anderem in „Kommission für bayerische Landesgeschichte: König Ludwig II. von Bayern. Krankheit, Krise und Entmachtung. Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 2011. Band 74 [Heft 2], München 2011“.

Erstmals in der Ausstellung zu sehen war die Totenmaske Guddens, die in einer Obstkiste in einer Ecke des Rosenheimer Museumsarchiv gefunden wurde. Dieser widmet Schweiggert ein ganzes Kapitel, da es „einen Blick auf sein [Guddens] Leben“ biete. Hier wird von der Entstehung der Maske, deren Weg und schließlich ihrem Fund berichtet, um schließlich noch einige „Merkmale am Leichnam Dr. Guddens“ zu schildern.

„Das Schicksal des Bayernkönigs ist viel zu eng mit jenem Dr. Guddens verbunden, als dass man seinen Blick nur auf Ludwig II. richten darf, aber den Arzt, der ihn diagnostizierte, verächtlich beiseiteschiebt. Wer dies dennoch tut, der bekundet damit, dass er sich nur halben Wahrheiten öffnen und sich mit primitiven, schnell gefassten Vorurteilen zufrieden geben will.“ antwortet Schweiggert im Vorwort seinen Kritikern und bietet all jenen, die weiteren Wahrheiten offen gegenüber stehen eine Menge Material an.

Das zeitgleich zur ersten Ausstellung erschienene Buch ist kein Katalog im herkömmlichen Sinne, dass die Exponate zeigt und erläutert. Zahlreiche Abbildungen finden sich im Mittelteil des Buches (Seiten 113-120) und erläutern den Text. Das Buch selbst ist allerdings recht schwere Kost, die aber jeder zu sich nehmen sollte, der bereit ist, sich mit dem Gutachter, dem Gutachten und den daran beteiligten Personen ernsthaft beschäftigen möchte. Zwar gibt es bereits Veröffentlichungen, die den Psychiater thematisieren (z. B. Hippius/Steinberg, 2006) – diese richten sich allerdings an ein entsprechendes Fachpublikum. Die hier vorliegende Publikation, deren Textlastigkeit nicht abschrecken sollte, beleuchtet wirklich alle Seiten zu dem umfangreichen Themenkomplex.

(c) Michael Fuchs, Berlin
Juni 2015

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Luchino Visconti: Ludwig II. (BluRay)

By admin - Last updated: Montag, März 2, 2015

1972 schafft einer der bedeutendsten Regisseure des europäischen Kinos, Luchino Visconti, seinen Film „Ludwig II.“ Der am 22.03.1973 in einer zensierten Form in Bonn uraufgeführte Film wurde weitgehend an originalen Schauplätzen gedreht und ist der dritte Teil von Viscontis „Deutscher Trilogie“, zu der „Die Verdammten“ (1969) und „Tod in Venedig“ (1971) gehörten. Es gibt einige Highlights, wie z. B. die wohl einzige Filmaufnahme des „Tischlein-deck-Dich“ in Schloss Linderhof. Man kann den Film wohl ohne Übertreibung ein echtes prunkvolles Meisterwerk nennen.

Die verstümmelte Version, gegen die Visconti juristisch – erfolglos – vorgegangen ist, wurde rekonstruiert und 1993 vom ZDF in zwei Teilen ausgestrahlt. Der Film ist im Jahr 2000 auf VHS und als DVD erschienen; 2007 folgte eine „Arthaus Premium“-Version mit zahlreichen Extras (Filmdokumentation über Luchino Visconti, Dokumentation „Helmut Berger: Mein Leben“ und einem 16-seitigen Booklet). Im Januar 2015 ist nun eine BluRay-Version des Films erschienen, die wir hier vorstellen.

Gut Ding braucht Weile, möchte man sagen. Doch im Fall von Viscontis Ludwig II. war das Erscheinen auf BluRay längst überfällig. In Zeiten, in denen großformatige HD-Fernseher zur audiovisuellen Standardausrüstung der meisten Wohnzimmer gehören, bietet die DVD längst kein angemessenes Sehvergnügen mehr – das gilt umso mehr für dieses Meisterwerk, bei dem die Leinwand eigentlich nicht groß genug sein kann.

Auf Inhalt und Geschichte dieses Films, den Dreh an Originalschauplätzen und Helmut Bergers legendäre Personifizierung des Bayernkönigs muss an dieser Stelle nicht nochmals eingegangen werden. Alle diese Stärken, die Viscontis Werk zu einem unerreichten Solitär unter den Ludwig-Verfilmungen machen, kommen auf BluRay aber um ein Vielfaches eindrucksvoller zur Wirkung.

Im Direktvergleich mit den bisher erschienenen DVD-Fassungen wirkt das Bild erheblich detailreicher. Die feinen Muster auf Tapeten, die Motive der Wandbilder oder einfach Helmut Bergers zerzauste Haare des späten Ludwigs – vieles, was im DVD-Bild in pixeliger Unschärfe unterging ist jetzt scharf und plastisch. Glücklicherweise fiel das natürliche Filmkorn („Grain“) des Originalmaterials nicht irgendeiner digitalen Rauschunterdrückung zum Opfer, so wie es so manch anderes Meisterwerk zugunsten künstlicher Schärfe auf BluRay erleiden musste.

Im Gegenteil: Das Bild wirkt sehr ausgewogen und im Vergleich zur DVD wesentlich natürlicher und weniger verwaschen. So leben z. B. Schneefall und Filmkorn im gleichen Motiv in friedlicher Koexistenz. An ganz wenigen Stellen führt die Aufhellung des Bildes zu leichten Grauschleiern, wo man eigentlich ein Schwarz erwartet – das fällt aber nicht wirklich ins Gewicht, denn am Kontrast gibt es sonst nichts zu mäkeln. Auch die Farben sind jetzt klarer, realistischer und nicht mehr so überzeichnet und übersättigt wie teilweise in der DVD-Fassung.

Endlich entfaltet der Detailreichtum in Ludwigs Schlössern auf dem heimischen Fernseher seine verdiente Pracht. Nie sah der Spiegelsaal von Herrenchiemsee spektakulärer, die Hundinghütte verruchter oder die Winterlandschaft kälter aus. Ein echtes Seherlebnis.

Am Mono-Ton hat sich natürlich nicht viel verändert – das war aber auch nicht zu erwarten. Erwartet hatte man dagegen das ein oder andere Extra auf der BluRay – leider Fehlanzeige. Die meisten Fans besitzen wahrscheinlich bereits die DVD-Premium-Edition mit diversen Extras und können es daher verschmerzen, mit der BluRay eine „Film-Only“-Ausgabe zu kaufen. Wer sich das Meisterwerk aber zum ersten Mal fürs Heimkino zulegt, dürfte zurecht über die magere Zusatzausstattung enttäuscht sein.

Übrigens sollte man sich nicht über die im Vergleich zu den bisherigen DVDs geringere Gesamtlaufzeit wundern. Die BluRay-Version enthält die komplett ungeschnittene Fassung – so wie auch die DVDs. Stattdessen wurde jetzt nur auf die für die damalige TV-Ausstrahlung erforderliche Auftrennung in mehrere Episoden verzichtet, deren jeweiliger Vor- und Abspann in die Laufzeit der DVD-Fassung eingerechnet wurde.

Kurz gesagt: Trotz des Alters des Films erstaunt einen der qualitative Quantensprung, den man hier von der DVD zur BluRay erleben darf. Wer jetzt noch keinen BluRay-Player oder HD-Fernseher sein eigen nennt, hat endlich einen Grund, auf den neuesten Stand der Technik aufzurüsten. Und wer zuhause bereits auf dem neuesten Stand ist, den kostet dieses Kunstwerk keine 15 €.

© Stefan Klein
Berlin, 02.03.2015

Visconti_Ludwig II_BluRay Sprachen/Ton: Deutsch und Italienisch

Untertitel: Deutsch

 

Laufzeit: ca. 238 Minuten

 

Bildformat: 2,35 : 1

 

Auflösung: 1080/24p Full HD

 

Preis: 12,99 EUR

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König Ludwig-Eis

By admin - Last updated: Donnerstag, Februar 12, 2015

Schon im 19. Jahrhundert war es üblich, bestimmte Produkte nach berühmten Persönlichkeiten zu benennen.

So gab es viele Artikel, die beispielsweise nach dem Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) benannt waren – auch schon zu seinen Lebzeiten. Es gab den Farbstoff Bismarckbraun, Kriegsschiffe SMS Bismarck und SMS Fürst Bismarck und den bis heute bekannten Bismarckhering. Das alles hat aber nun gar nichts mit der Person selbst zu tun – wenn es auch vielleicht eine gewisse Vorliebe der Person zum Produkt gab. Bismarck soll ja diese bestimmte Art der Heringszubereitung gemocht haben…

Auch König Ludwig II. von Bayern musste seinen Namen für bestimmte Produkte hergeben – er kann sich ja nicht mehr wehren. Es gibt König-Ludwig-Brot, das ja nun gar nichts mit ihm zu tun hat, ebenso, wie den König-Ludwig-Käse. Beim König-Ludwig-Bier steht immerhin die Familie Wittelsbach dahinter: Prinz Luitpold von Bayern, der Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III. (1845-1921), ist seit 2001 offizieller Partner der „König Ludwig Brauerei“ in Fürstenfeldbruck. Er wacht über die weltweite Vermarktung des Namens „König Ludwig II.“, kann aber den ganzen Souvenir-Markt (Suppenschüsseln, Tassen, Teller usw.) nicht mehr bremsen.

Ein Produkt fällt jedoch aus der reinen Vermarktungsindustrie, ja der Verkitschung, deutlich heraus:

 

König Ludwig Glace Royale
Die zehn Eissorten "König Ludwig - Glace Royale"

Die zehn Eissorten „König Ludwig – Glace Royale“

 

Der heutige Geschäftsführer der Florida-Eis Manufaktur GmbH in Berlin, Olaf Höhn, hatte die Möglichkeit, in alten handschriftlichen Aufzeichnungen von Ludwig zu recherchieren, wie die Zubereitung seiner Speisen erfolgte und wie die Tischdekoration zusammengestellt wurde. Florida-Eis geht auf die Eis-Hersteller Blotko zurück, die ihr Eis 1927 in Spandau erstmals verkauften. Das 1957 von Konditormeister Freund gegründete Eiscafé „Annelie“ wurde 1984 von Höhn übernommen; seitdem heißt es „Florida-Eiscafé“ und befindet sich heute am U-Bahnhof „Rathaus Spandau“.

Höhn fand heraus: „Es war ihm besonders wichtig, täglich mit seinem Leibkoch dies durchzugehen und aufzuzeichnen. Aus diesen Aufzeichnungen kommt klar heraus, dass Speiseeis in der damaligen Form sehr häufig als Nachtisch gereicht wurde. Aufgrund seiner Stellung konnte er sich bereits Sorten wie Ananas-Eis bereiten lassen“.

Zusammen mit Luitpold von Bayern wurde die Idee, das „historische Eis“ mit einem modernen Verfahren herzustellen, aufgegriffen. „Hier spielte die Qualität die Hauptrolle und somit haben wir diesen Vertrag bekommen“, berichtet Olaf Höhn stolz gegenüber LUDWIGIANA.de.

Eisproduktion nach alter Tradition

Zubereitung mit frischen Zutaten

Ein direkter Bezug auf die damaligen Eis-Sorten kann zwar nicht abgeleitet werden, da die damalige Eiszubereitung nur in zwei einfachen Varianten (Fruchteis – Früchte zusammengerührt mit Kristall-Eis oder in einem kleinen Sole-Kessel (Kristalleis mit Salz vermischt) einfache Milcheissorten) möglich war und die heutige Technologie und der Qualitätsstandard somit nicht annähernd vergleichbar sind. Sowohl der Lizenzgeber als auch der Hersteller haben aber den Anspruch, mit der Premiumqualität den Gaumen des Gourmets Ludwig zu erreichen.

Diese Spezialität ist also nicht nur nach König Ludwig benannt, um mit dem Namen Geschäfte zu machen. Ludwig selbst hätte seine Mahlzeiten, die u. a. sein Erster Mundkoch Johann Rottenhöfer (1806-1872) zubereitete, sicher mit diesem Dessert gekrönt.

Glace Royale verdient seinen Namen wohl zu Recht, wird es doch nach traditioneller Art hergestellt: die Mandeln werden direkt vor ihrer Verarbeitung geröstet, das Obst wird frisch geschnitten und die Bourbon-Vanilleschoten werden per Hand ausgeschabt. Auch die Herstellung mit den traditionellen Eismaschinen tragen zum hochwertigen Geschmack bei.

Inzwischen gibt es zehn Sorten, die sich der französischen und bayerischen Küche annähern: Crème Chocolat Orange, Bayrisch Crème mit feinem Holunder, Duo de Chocolat, Grand Chocolat Noir, Duett von Joghurt und Marille, Crème Vanille, Erlesene Himbeere, Exquisite Mango, Intensive Kirsche und Tarte au Citron.

Erhältlich ist das Eis zurzeit vornehmlich im süddeutschen Raum (Bayern und Baden-Württemberg) sowie in Berlin.

Wer nun nicht zu den Glücklichen zählt, diese anspruchsvolle Süßspeise in seiner Nähe zu finden, kann die Sorten über den Online-Eisshop bestellen: www.koenigludwigeis.de

Berlin, Februar 2015
© Michael Fuchs

Alle Fotos:
© Florida-Eis, Berlin

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75.000 Besucher

By admin - Last updated: Sonntag, Oktober 5, 2014

75000. BesucherIm vergangenen Monat konnten wir den 75.000sten Besucher auf unserem Literatur- und Informations-Portal „Ludwigiana“ begrüßen…

Das entspricht im Durchschnitt über 170 Besucher pro Tag in den letzten Monaten!

Die Redaktion bedankt sich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Besuchern von www.ludwigiana.de, insbesondere bei den Helfern, die immer wieder Hinweise auf Termine und Ereignisse liefern und hoffen, allen Interessierten rund um König Ludwig II. von Bayern weiterhin viele Informationen liefern zu können.

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Sommer in Bayern

By mifu - Last updated: Samstag, Juli 19, 2014

Sommerzeit ist Urlaubszeit und so zieht es viele Besucher nach Bayern und in seine herrlichen Schlösser.

In der Sommersaison gibt es in Bayerns Schlössern wieder viel zu bestaunen

Wegen des großen Erfolgs im letzten Jahr geht die Ausstellung „Königsklasse“ in Schloss Herrenchiemsee in die zweite Runde, erneut in Kooperation mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Vom 12. Juli bis zum 28. September werden in den Rohbauräumen von Schloss Herrenchiemsee Werke zeitgenössischer Kunst der Pinakothek der Moderne München gezeigt.
Mehr Information zur Ausstellung

Was gibt es Schöneres als bei sommerlichen Temperaturen durch den Nymphenburger Schlosspark zu schlendern? Bei der Themenführung „Die Magdalenenklause – nur ein Ort klösterlicher Stille?“ am 20. Juli um 14 Uhr erfahren Sie Genaueres zu den Überlegungen zur Nutzung unter den Kurfürsten Max Emanuel und Karl Albrecht.Treffpunkt ist am Haupteingang von Schloss Nymphenburg. Die Kosten betragen 3,- Euro pro Teilnehmer.

Auf „Geheimen Pfaden“ geht es am 26. Juli jeweils um 11.00 Uhr und um 14.00 Uhr durch die Burg Burghausen Treffpunkt ist im Besucherzentrum in der Hauptburg. Anmeldung erforderlich unter: Telefon (0 86 77) 46 59.

Pünktlich zum Ferienbeginn startet am 30. und 31. Juli jeweils um 11.30 Uhr und um 14.30 Uhr das Ferienprogramm Familien entdecken Linderhof Angeboten wird ein Rundgang in Schloss und Park Linderhof für die ganze Familie. Die Führung ist für Kinder von 6-10 Jahren geeignet. Treffpunkt ist an der Kasse von Schloss Linderhof. Die Materialkosten betragen 2,- Euro pro Kind; Begleitpersonen benötigen eine Eintrittskarte. Diese Führung wird über die ganzen Sommerferien hin in Linderhof angeboten.

Um sich über die weiteren Führungsangebote der Bayerischen Schlösserverwaltung zu informieren, können Sie auch das neue Führungsprogramm für Kinder und Erwachsene nutzen, das Anfang des Monats erschienen ist und kostenlos in den Museumsläden der Bayerischen Schlösser ausliegt.

Alle Themenführungen der Bayerischen Schlösserverwaltung

Quelle: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

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Sonderführungen auf der Roseninsel

By mifu - Last updated: Sonntag, Juni 22, 2014
Roseninsel, blaue Säule (Foto: Michael Fuchs)

Roseninsel, blaue Säule (Foto: Michael Fuchs)

Nachdem die Roseninsel, die sich im Privatbesitz König Ludwig II. von Bayern befand, lange Zeit nicht öffentlich zugänglich war, wurde in den letzten Jahren viel Energie und Geld in die Wiederherstellung der leider recht verkommenen Insel gesteckt.

Einen schönen aktuellen Flyer zur Roseninsel kann man hier bei der Bayerischen Schlösserverwaltung herunterladen.

Seit dem 01. Juni 2014 werden nun wieder spezielle Themenführungen auf der Insel angeboten. Dabei geht es nicht so sehr um das auf der Insel befindliche „Casino“, sondern um Geschichten historischer Rosensorten, die ihr den Namen gaben.

Einen Eindruck vermittelt der Film, den der Bayerische Rundfunk in seiner Mediathek anbietet.

Die Rosenführungen dauern zwischen 30 und 45 Minuten und kosten 3,50 Euro pro Teilnehmer. Anmeldung: Dienstag bis Freitag per Tel. +49 81 57 92 41 62. Auf Anfrage können auch exklusive Rosenführungen für Gruppen ab 10 Personen organisiert werden.

Weitere Informationen zur Roseninsel finden Sie hier:

Casino auf der Roseninsel

Starnberger See – Roseninsel

Die Fähre zur Roseninsel

Wikipedia: Die Roseninsel

Förderkreis Roseninsel

(c) Michael Fuchs, Berlin, Juni 2014

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Königshaus am Schachen ab sofort geöffnet

By mifu - Last updated: Samstag, Mai 31, 2014
Königshaus am Schachen; Foto: Michael Fuchs.

Königshaus am Schachen; Foto: Michael Fuchs.

Das Königshaus am Schachen im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen war ein regelmässiger Aufenthaltsort König Ludwig II. von Bayern: fast jedes Jahr um den 25. August, seinem Geburts- und Namenstag, besucht Ludwig die „Hütte“ im Stil eines Schweizerhauses.

Der Aufstieg ist nicht gerade leicht, aber die Wanderung wird mit einem herrlichen Ausblick über die Berge belohnt. Nicht zuletzt zeigt die Wohnung Ludwigs im Erdgeschoss seine Bodenständigkeit, die natürlich im Obergeschoss mit dem „türkischen Saal“ gekrönt wird.

Die Bayerische Schlösserverwaltung teilt mit:

Nach einem milden Winter beginnt auf über 1800 Metern in diesem Jahr die Sommersaison bereits im Mai: Wie auch viele andere Berghütten in hochalpiner Lage hat das Königshaus am Schachen am Donnerstag, 29.5.14, seine Türen geöffnet. Die ersten Gäste können ab sofort in der Berggaststätte übernachten.

Wer den Spuren König Ludwigs II. auf den Schachen folgt, wird mit einem einmaligen Erlebnis belohnt. Täglich finden um 11 Uhr, 13 Uhr, 14 Uhr und um 15 Uhr Führungen statt. Der Eintritt kostet 4,50 Euro (ermäßigt 3,50 Euro). Auch auf einen Abstecher zum Aussichtspunkt in der Nähe des Königshauses sollte man nicht verzichten. Hier blickt man insbesondere bei klarem Wetter auf das großartige Alpenpanorama mit Zug- und Alpspitze über dem Reintal.

Der auf 1866 Metern im Wettersteingebirge gelegene Zufluchtsort König Ludwigs II. ist nur zu Fuß erreichbar. Die Gehzeit beträgt je nach gewähltem Weg drei bis vier Stunden. Eine Mountainbike-Route startet von Klais bei Garmisch-Partenkirchen aus und führt Richtung Wettersteinalm zum Königsweg.

Königliches Flair im Wettersteingebirge

Das von 1869 bis 1872 nach Plänen von Georg Dollmann auf der Schachenalpe südlich von Garmisch-Partenkirchen erbaute Königshaus diente König Ludwig II. als Refugium bei seinen Aufenthalten im Gebirge. Das Holzhaus ist als Ständerbau im Schweizer Chaletstil errichtet. Im Obergeschoss befindet sich ein orientalischer Prunkraum, der so genannte Türkische Saal, den der König mit farbigen Glasfenstern, Pfauenfedern, Springbrunnen und opulent bestickten Textilien schmücken ließ.

Der vom Botanischen Garten München betreute Alpengarten am Schachen öffnet Mitte Juni seine Pforten.

Informationen über mögliche Aufstiegsrouten und die Berggaststätte sowie einen Blick auf die Speisekarte finden Sie unter www.schachenhaus.de.

Informationen zum Königshaus mit den aktuellen Öffnungs- und Führungszeiten sind hier abrufbar: Königshaus am Schachen.
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Bericht über die Ausstellung „Dr. Bernhard von Gudden, der Gutachter König Ludwigs II.“

By admin - Last updated: Donnerstag, Mai 29, 2014

Königsmörder oder Opfer?

Ausstellung im Maierhof des Klosters Benediktbeuern zeigt Bernhard von Gudden den Psychiater, der Ludwig II. für geisteskrank erklärte.

Abgüsse

Ein Blick in die Ausstellung: Abgüsse der rechten Hand des Königs, dessen Totenmaske und jene von Dr. Gudden

Benediktbeuern: Am 13. Juni 1886 starben König Ludwig II. und Bernhard von Gudden im Starnberger See. Der Psychiater hatte den Monarchen zuvor in einem Gutachten für geisteskrank erklärt. Bis heute ist ungeklärt, was damals geschah. König Ludwig II. wurde kurz darauf zur Kultperson, Gudden dagegen verunglimpft. Die Vorwürfe reichen bis zur Unterstellung, er sei der Mörder des Königs. Mehr weiß die breite Öffentlichkeit über den Psychiater Dr. Bernhard von Gudden bis heute nicht.

Zum ersten Mal überhaupt ist nun die ganze Lebensgeschichte Bernhard von Guddens wissenschaftlich aufgearbeitet worden. Eine umfangreiche Ausstellung im Heimatinformationszentrum des Bezirks Oberbayern im Kloster Benediktbeuern zeigt Guddens epochale Leistung im Bereich der Hirnforschung und deren Bedeutung bis heute.

Alfons Schweiggert, Historiker und Buchautor, sieht Gudden als Teil einer großen Entmündigungsmaschinerie, die König Ludwig II. seinerzeit entmachten wollte.

Zur Vernissage, am Donnerstag den 15. Mai 2014, waren um die 100 Leute gekommen. Nicht nur Historiker waren gekommen sondern auch Mediziner (Psychiater), noch aktive und auch bereits pensionierte.

Grußworte

Grußworte wurden gesprochen von Josef Mederer (am Pult), Walter Leicht (2. von rechts), Prof. Dr. Hans Förstl (ganz rechts), Dr. Norbert Göttler (ganz links) und Dr. Wolfgang Gudden (nicht auf dem Bild).

Grußworte wurden gesprochen von Josef Mederer, Bezirkstagspräsident des Bezirks Oberbayern; Walter Leicht, Direktor des Städtischen Museums Rosenheim; Prof. Dr. Hans Förstl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, Klinikum rechts der Isar, Dr. Norbert Göttler, Fachberatung Heimatpflege, und Dr. Wolfgang Gudden, der Ururenkel Bernhard von Guddens.

Die Eröffnungsrede hielt Alfons Schweiggert, aus dessen Rede ich das Zitat „Psychiatrie, Politik, Polizei – diese Vernetzung ist auch heute noch aktuell“ in Erinnerung behalten habe. Es ist sicherlich eine Anspielung auf den aktuellen fall Mollath.

Dr. Leicht erzählte die spannende Geschichte wie die Ausstellung, nach dem sensationellen Fund der Totenmaske Guddens, zustande gekommen ist.

Alfons Schweiggert

Alfons Schweiggert, Kurator der Ausstellung

Professor Dr. Hans Förstl ist der Meinung: „Gudden hätte den König sehr gut therapieren können.“ Ludwig wäre ein guter Patient gewesen. Hätten die beiden Männer nicht den abendlichen Spaziergang am Starnberger See unternommen, wäre Guddens Karriere nicht zu Ende gewesen. Diesen müsse man dahin gehend bewerten, dass es dem Psychiater darum gegangen sei, ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis aufzubauen – zur damaligen Zeit etwas ganz Neues.

Nachdem alle Reden beendet waren gab es etwas zu trinken und zu knabbern und alle blieben noch ca. 2 Stunden im angeregten Gespräch zusammen. Obwohl es eine Gudden Ausstellung war, war Ludwig II. ständig präsent. Nur einige Stimmen meinten kritisierend: „Will man Dr. Gudden jetzt einen Heiligenschein umhängen?“ Die meisten waren von der Ausstellung „regelrecht euphorisiert“, wie der Bayerische Rundfunk meldete. Die „äußerst beeindruckende Schau“ sei „hervorragend recherchiert und unbedingt sehenswert“.

Wer die Ausstellung besucht, sollte Zeit mitbringen, denn die 80 Texttafeln sind umfangreich. Zentrales Ausstellungsstück ist Bernhard von Guddens Totenmaske, die bislang im Städtischen Museum Rosenheim unerkannt im Depot lagerte. Auf der Maske sieht man noch die Verletzungen, mit denen der Tote gefunden wurde. Daneben liegt eine Replik der Totenmaske Ludwigs II.

Erschienen ist auch ein spannendes Begleitbuch mit vielen interessanten Bildern und Aufsätzen.

Blick in die Ausstellung

Blick in die Ausstellung

Die Ausstellung ist empfehlenswert und kurzweilig. König Ludwig Verehrer, Anhänger und Freunde sollten sie nicht versäumen.

© Text & Fotos: Erich Adami, Mai 2014

Weiterführende Links zu bisherigen Presseveröffentlichungen:

Süddeutsche Zeitung: „Opfer oder Täter?“ (28./29.05.2014)
http://www.sueddeutsche.de

BR – Bayerisches Fernsehen: „Das Geheimnis des Dr. Gudden“ (27.05.2014)
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/abendschau/ausstellung-gudden-benediktbeuern-100.html

Merkur-Online: „Der König wäre ein sehr guter Patient gewesen“ (26.05.2014)
http://www.merkur-online.de/lokales/bad-toelz/benediktbeuern/der-koenig-waere-sehr-guter-patient-gewesen-3560816.html

Bayern 1 – Radio: „Psychiater Ludwigs II.: Ausstellung versucht Ehrenrettung“ (19.05.2014)
http://www.br.de/radio/bayern1/

Münchner Merkur: „Königsmörder – oder Opfer?“ (16.05.2014)
http://www.merkur-online.de

Passauer Neue Presse: „Wer ertrank da mit dem Kini?“ (16.05.2014)
http://www.pnp.de

Ruhr Nachrichten: „Ausstellung über Psychiater von Ludwig II.“ (15.05.2014)
http://www.ruhrnachrichten.de/leben-und-erleben/kulturwelt/aktuelles/Ausstellung-ueber-Psychiater-von-Ludwig-II;art617,2362896

Süddeutsche Zeitung: „Feind der Königstreuen“ (15.05.2014)
http://www.sueddeutsche.de/bayern/ausstellung-ueber-psychiater-von-ludwig-ii-feind-der-koenigstreuen-1.1964703

BR – Bayerisches Fernsehen: „Gudden-Ausstellung in Benediktbeuern“ (15.05.2014)
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/oberbayern/gudden-ausstellung-benediktbeuern-100.html

Presse aktuell der Stadt Siegburg: „Der Psychiater, der mit dem Märchenkönig starb“ (14.05.2014)
http://www.siegburg.de/stadt/aktuell/kultur/nachrichten/der-psychiater-der-mit-dem-maerchenkoenig-starb/index.html

Mittelbayerische: „Der Psychiater des Märchenkönigs“ (12.05.2014)
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/der-psychiater-des-maerchenkoenigs/1060166/der-psychiater-des-maerchenkoenigs.html

Die Welt: „Der Mann an Ludwigs Seite“ (12.05.2014)
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_muenchen/article127889478/Der-Mann-an-Ludwigs-Seite.html

Wochenanzeiger München: „Des Königs Gutachter in anderem Licht“ (07.05.2014):
http://www.wochenanzeiger-muenchen.de/m%C3%BCnchen/vereine+%26+geschichte/nachrichten/Des+K%C3%B6nigs+Gutachter+in+anderem+Licht,64307.html

Abendzeitung: „Der Mann, der mit dem Märchenkönig im Starnberger See endete“ (01.05.2014)
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.koenig-ludwig-ii-und-bernhard-von-gudden-der-mann-der-mit-dem-maerchenkoenig-im-starnberger-see-endete.3c5dab94-78f6-44e2-977a-58d8e17e054f.html

Isarbote: „Die erste Ausstellung über Dr. Bernhard von Gudden, den Psychiater, der mit König Ludwig II. starb“ (01.05.2014)
http://www.isarbote.de/kunst_-_kult/ausstellungen/ausstellungen.html

Oide Wiesn.de: „Der Mann, der mit König Ludwig II. starb“ (01.05.2014)
http://www.oide-wiesn.de/content/literatur/buchempfehlungen/der-mann_-der-mit-koenig-ludwig-ii_-starb_.html

Münchner Turmschreiber: „Dr. Bernhard von Gudden, der Gutachter König Ludwigs II.“ (01.05.2014)
http://www.muenchner-turmschreiber.de/index.php?id=54&tx_ttnews[tt_news]=35&cHash=068698726c90da623e8939185973600d

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iPhone-App: Ludwig II. – Auf den Spuren des Märchenkönigs

By admin - Last updated: Sonntag, Mai 4, 2014

Anlässlich der 125. Wiederkehr des Todestages König Ludwig II. fand 2011 die große Bayerische Landesausstellung im Schloss Herrenchiemsee statt (Ludwigiana berichtete ausführlich). Aus diesem Anlass erschienen zahlreiche Bücher, Neuauflagen, Bildbände, aber auch Neuerscheinungen mit bisher unveröffentlichten Informationen.

Am 26.09.2011 wurde eine App (Software zur Nutzung auf einem Smartphone) von der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (BSV) eingeführt. Die App enthält umfangreiches Material aus den digitalisierten Beständen der BSB und aus dem BSV-Bestand – darunter Bilder, Briefe, Karten und vieles mehr.

Im Gegensatz zu den Büchern ist das Material multimedial abrufbar; darunter sind Audio-Beiträge, über 40 Videos (jeweils ca. 90 Sekunden), Zeitzeugen-Interviews und –Berichte enthalten. Die mehr als 400 Bilder – jeweils mit ausführlichen Informationen – lassen sich mit den üblichen Fingergesten „wischen“. Darüber hinaus sind die Gebäude (auch inzwischen nicht mehr bestehende, wie z. B. der Wintergarten auf der Münchener Residenz) dargestellt. Viele Ansichten lassen sich als 360-Grad-Panorama vor Ort (mithilfe von Kompass und GPS) oder themenbezogen abrufen.

Durch die Integration von Google-Maps lassen sich orts- und kontextbezogene Informationen an Ort und Stelle darstellen – dies auch live durch ein Kamerabild, wenn man sich mit dem Sucher umsieht. Eine sehr schöne interaktive Variante der Spurensuche. Dazu gibt es die Listenansicht zur konkreten Suche.

Auch in den Schlössern selbst hilft die App mit Informationen weiter: durch einen Blick durch das Smartphone auf die Eintrittskarten von Linderhof, Neuschwanstein und Herrenchiemsee lassen sich diese digital in virtuellen 3D-Simulationen darstellen. An Ausstellungsgegenständen lassen sich konkrete, weiterführende Informationen aufrufen; z. B. Originalrezepte in der Hofküche von Hohenschwangau. In Herrenchiemsee kann man sich den Stundenschlag der Planetenuhr anhören und als Klingelton installieren; hier sollte man aber aufpassen, dass man nicht verdächtigt wird, gegen das Fotografierverbot zu verstoßen! Ganz frei darf man aber ja bspw. an der Todesstelle Ludwigs am Starnberger See herausholen und dort Informationen abrufen, wie das Gudden-Gutachten.

Insgesamt werden 140 Orte mit Ludwig-Bezug behandelt, darunter 80 mit ausführlichen Informationen über Hintergründe, Baugeschichte und Gartenanlagen.

Die App enthält allerhand Informationen, darunter viele, die speziell für diese App verfasst wurden, die neben einem „Einsatz vor Ort“ auch die Recherche hinterher und/oder zur Vor- und Nachbereitung.

Diese zum Teil recht umfangreichen Angebote sind in der App gespeichert, so dass sie auch offline abrufbar sind, was den Geldbeutel schont, da vor Ort nur geringe Daten übers Internet geladen werden müssen (es empfiehlt sich also, die App zu Hause über W-LAN abzurufen).

Ein Kalender informiert darüber hinaus über historische Ereignisse aus Ludwigs Leben am jeweiligen Tag oder per Push-Nachricht.

Als ersten Eindruck empfiehlt sich ein Blick in das Youtube-Video, dass auch verschiedene Einsatzmöglichkeiten vorstellt.

Ein Wermutstropfen ist allerdings schon, dass es diese Gratis-App nicht für alle Betriebssysteme gibt! So ist die App nur für Apple iPhones im entsprechenden Shop „iTunes“ erhältlich. Informationen zu den technischen Voraussetzungen und Inhalten (und zum neuesten Update in der Version 1.3) gibt es auf der Seite bei Apple.

Ausführliche Informationen zur App finden sich bei der Bayerischen Staatsbibliothek.

(c) Michael Fuchs, Berlin

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Ausstellung in Benediktbeuern: Dr. Bernhard von Gudden – Der Mann, der mit Ludwig II. starb

By admin - Last updated: Dienstag, April 22, 2014

Johann Bernhard Aloys Gudden wurde am 7. Juni 1824 im niederrheinischen Cleve als dritter von sieben Söhnen des Gutsbesitzers und Bierbrauers Johannes Gudden und dessen Frau Bernhardine Fritzen geboren. Er studierte in Bonn (Philosophie), Berlin und Halle (Medizin). Nach seiner Promotion arbeitete er als Assistenzarzt in der Siegburger Irrenanstalt, die übrigens noch heute als „Rheinische Kliniken“ existieren. 1855 wurde Gudden – nach mehreren Tätigkeiten in verschiedenen Anstalten und einer kurzen Zeit als niedergelassener Arzt – Direktor der eben gegründeten unterfränkischen Landes-Irrenanstalt in Werneck; dort blieb er 14 Jahre. 1869 wurde Gudden Professor für Psychiatrie an der Universität Zürich. Er wurde 1872 Direktor der für 250 Patienten konzipierten und neu erbauten Bezirks-Irren-Heilanstalt Burghölzli. Dort blieb er nicht lange und übernahm 1872 die Leitung der Kreisirrenanstalt Haar in München. Gudden wurde 1874 (nicht vererbbar) geadelt und führte den Titel „Königlicher Obermedizinalrat und Professor der Universität“. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, darunter drei Schwerpunkte: Beobachtung von Geisteskranken, Schädelkunde und Hirnforschung. In der wissenschaftlichen Welt genoss er großes Ansehen und galt als berühmtester deutscher Psychiater. Als Gutachter bei vielen Prozessen erarbeitete er sich einen Ruf über die Fachwelt hinaus als hervorragender Vertreter der Psychiatrie und Begründer der modernen Neuromorphologie. Er starb zusammen mit König Ludwig II. von Bayern am 13. Juni 1886.

Gerade angesichts der wissenschaftlichen Verdienste und seiner umfangreichen Erfahrungen verwundert es umso mehr, dass er sich für ein so oberflächlich begründetes und nur auf Akten und Zeugenaussagen beruhendes Gutachten zur Entmündigung des bayerischen Königs hinreißen ließ. Er diagnostizierte beim König die Krankheit „Paranoia“, als paranoide Form von Schizophrenie. Dieses Gutachten wird inhaltlich bis heute immer wieder kontrovers diskutiert als Mischung ernsthafter wissenschaftlicher Untersuchungen und politischer, geschmackloser Behandlung mit abwegigen Darstellungen.

Am 12. Juni 1886 wurde Ludwig auf Grund des Gutachtens Guddens in Gewahrsam genommen, der ihn in Schloss Berg am Starnberger See behandeln wollte. Einen Tag später wurden Gudden und Ludwig tot aufgefunden. Am König wurde eine Autopsie durchgeführt, bevor er beigesetzt wurde; den Bericht schrieb Dr. Grashey, der Schwiegersohn Guddens. Aus etwas schleierhaften Gründen wurde – im Gegensatz zu der Leiche des Königs – keine Autopsie an Dr. von Gudden durchgeführt, um die Todesursache festzustellen. Da es (offiziell) keine Zeugen gab, werden wir vermutlich nie erfahren, was wirklich geschah. Es gibt viele Theorien, einige von ihnen behaupten, dass das Ereignis das Resultat einer Verschwörung war. Entsprechend einer weiteren, beliebten Theorie wurden Ludwig und Dr. von Gudden ermordet.

Offiziell gehen die Historiker heute jedoch davon aus, dass Gudden „bei der Ausübung der für ihn selbstverständlichen Pflicht gestorben (ist), einen ihm persönlichen anvertrauten Patienten an der Verwirklichung seines Suizidplans zu hindern“.

(Bild: Dr. Bernhard von Gudden um 1870, Quelle: Wikipedia)

Wer war nun der Arzt, der mit Ludwig II. starb?

In Benediktbeuern findet vom 15. Mai bis 17. Juli 2014 die erste Ausstellung seit 128 Jahren über den Arzt, der mit König Ludwig II. am 13. Juni 1886 im Starnberger See den Tod fand, statt. Die Ausstellung zeigt das Leben dieses Mannes als:

Die Ausstellung

Die Ausstellung unter der Trägerschaft des Bezirks Oberbayern und des Städtischen Museums Rosenheim wird am 15. Mai 2014 um 19 Uhr eröffnet. Sie enthält 80 Ausstellungstafeln, einen Dokumentationsfilm und zahlreiches Bildmaterial sowie interessante Exponate, darunter die erstmals öffentlich gezeigte Totenmaske Guddens. Die Ausstellung ist in neun Abschnitte gegliedert:

  1. Biografie Bernhard von Gudden
  2. Die Psychiatrie zur Zeit Guddens
  3. Die fünf „Rollen“ Guddens: fortschrittlicher Psychiater, gewissenhafter Forscher, Pionier der Hirnforschung, humanitärer Anstaltsleiter und respektierter Hochschullehrer
  4. Die Beziehung König Ludwig II. zu Dr. Gudden von 1872 bis 1886
  5. Guddens Rolle als umstrittener Gutachter des Königs
  6. Die letzten Lebensstunden Guddens und Ludwig II.
  7. Die Totenmaske Guddens (Entstehung, Besonderheiten und Bedeutung)
  8. Die Geschehnisse nach Guddens Tod
  9. Die Ereignisse in den 128 Jahren nach Guddens Tod: die Phasen der „Verteufelung“

Jeder, der König Ludwig II. respektiert, so der Begleittext zur Ausstellung, sollte sich auch mit seinem Gutachter Dr. Gudden differenziert auseinandersetzen, dessen Leben und Wirken untersuchen und sich bemühen, die Motive und Gründe nachzuvollziehen, die diesen Psychiater 1886 dazu bewogen, das berühmt-berüchtigte Gutachten über Ludwig II. zu verfassen. Das Schicksal des Bayernkönigs – so der Text weiter – ist viel zu eng mit jenem Dr. Guddens verbunden, als dass man seinen Blick nur auf Ludwig II. richten darf, aber bei der Beurteilung des Arztes, der ihn diagnostizierte, lediglich die hinlänglich bekannten Vorwürfe gegen ihn berücksichtigt.

Die Vernissage

Am Donnerstag, 15.05.2014, findet ab 19 Uhr die Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung in der Fachberatung Heimatpflege, Maierhof Beneditbeuern, Michael-Ötschmann-Weg 4, Benediktbeuern, statt. Die Grußworte halten: Josef Mederer, Bezirkstagspräsident Bezirk Oberbayern, Walter Leicht, Direktor des Städtischen Museums Rosenheim, Prof. Dr. Hans Förstl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, Klinikum rechts der Isar, Dr. Wolfgang Gudden, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatische Medizin. Der Kurator der Ausstellung, Alfons Schweiggert, wird die Eröffnungsrede halten.

Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

Neben den Exponaten und Informationen bietet die Ausstellung mehrere Begleitveranstaltungen an:

Montag, 02.06.2014, 19 Uhr:
Prof. Dr. Adrian Danek/Michael Harles
„Dr. Bernhard von Gudden, Pionier der Hinforschung und Nervenarzt König Ludwig II.“
Seidlvilla München, Nikolaiplatz 1

Freitag, 13.06.2014, 13 Uhr Führung, 15 Uhr Vortrag
Dr. Wolfgang Gudden
„Dr. Bernhard von Guddens Verdienste um die psychiatrische Pflege“
Fachberatung Heimatpflege des Bezirks Oberbayern, Michael-Ötschmann-Weg 4, Benediktbeuern

Dienstag, 24.06.2014, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Reinhard Steinberg
„Dr. Bernhard von Gudden, Bayerns umstrittenster Psychiater“
Geschlossene Veranstaltung

Dienstag, 24.06.2014, 18 Uhr
Alfons Schweiggert/Prof. Dr. Reinhard Steinberg
„Gespräch mit Diskussion zur Ausstellung“
Kloster Benediktbeuern

Mittwoch, 02.07.2014, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Hans Förstl
„Dr. Bernhard von Gudden und Ludwig II. – Beispiel eines schwierigen Arzt-Patient-Verhältnisses“
Seidlvilla München, Nikolaiplatz 1

Dienstag, 15.07.2014, 19 Uhr
Prof. Dr. Gerd Laux
„Psychiatrie im 19. Jahrhundert, Psychiatrie heute – ein Vergleich“
Fachberatung Heimatpflege des Bezirks Oberbayern, Michael-Ötschmann-Weg 4, Benediktbeuern

Information

Die Ausstellung findet statt vom 15. Mai bis 17. Juli 2014. Öffnungszeiten: Sonntags 11 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr; Sonderführungen ab 25 Personen werden nach Vereinbarung auch an anderen Tagen organsiert.

Homepage: http://fachberatung-heimatpflege.bezirk-oberbayern.de/index.phtml?NavID=379.14&La=1

Literatur

Als Begleitbuch zur Ausstellung (Katalog) wird das Buch von Alfons Schweiggert „Der Mann, der mit Ludwig II. starb“ im Husum-Verlag erscheinen.

Ein weiteres Buch zu den letzten Tagen Ludwig II. wird zur Ausstellung vom gleichen Autor in Zusammenarbeit mit Erich Adami im Münchenverlag erscheinen: „König Ludwig II.: Die letzten Tage des Königs von Bayern“.

Bereits im Jahre 2006 ist das Buch von Hanns Hippius und Reinhard Steinberg (Hrsg.) vom Springer Medien Verlag, Heidelberg, veröffentlicht worden: „Bernhard von Gudden“; es enthält auch die DVD mit dem Film von Michael Harles.

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